Ziele und Wege
Weltpolitik
Deutsche Politik
Europäische Politik
Wirtschaft
Zivilgesellschaft
Geschichte
Archiv
Impressum
Logo der Aachener Stiftung Kathy Beys
 
Bildung für Nachhaltigkeit
Definitionen
Indikatoren
Probleme
Strategien der Nachhaltigkeit
Ziele
i Das Lexikon   p drucken   e empfehlen   k Kritik   Toten Link melden

Rees/ Wackernagel: Ökologischer Fußabdruck, 1994


Diverse Organisationen haben Kalkulatoren entwickelt, mit denen „Ökologische Fußabdrücke“ für Regionen, Kommunen oder Haushalte berechnet werden können. Der ökologische Fußabdruck ist ein Bild das für unseren Ressourcenverbrauch steht. Er bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit des Systems Erde und sagt aus, wieviel Biokapazität gemessen in Hektar bereitgestellt werden muß, um die Ressourcen für eine Nation, eine Region, einen Haushalt, eine Person bereitzustellen und ihre Abfälle aufzunehmen.
Damit fungiert der ökologische Fußabdruck d als ein Indikator der Nachhaltigkeit, oder Nicht-Nachhaltigkeit im Falle ökologischer Defizite.

Eine Auswahl an Kalkulatoren finden Sie hier d oder auch hier: Myfootprint d ). Ansätze gibt es u.a. von
Seit kurzem bietet der Schweizer WWF d ebenfalls einen Online Rechner d zum ökologischen Fussabdruck auf deutsch, französisch und italienisch. Aus der Presseerklärung d des WWF:"Wäre der Schweizer Fussabdruck Standard, würden wir rund 2.6 Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse zu decken. In China liegt der Durchschnitt bei 0.9 Planeten, in Bangladesh bei 0.3. Trauriger Spitzenreiter sind die USA mit fast 6 Planeten. Der weltweite Durchschnitt liegt derzeit bei 1.35 Planeten. Fazit: Eigentlich müssten wir bereits jetzt auf den Mond expandieren."

Die Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks nach dem WWF-Modell ist jedoch nicht unumstritten. So hat das dänische Institut for MiljØvurdering d (IMV) - ein unabhängiges Institut unter dem Umweltministerium - das Konzept des WWF zum "ökologischen Fußabdruck" stark kritisiert: Stattdessen wird eine andere Art der Berechnung, basierend auf technologisch machbaren erneuerbaren Energiequellen (anstelle von lediglich Wald) vorgeschlagen. Der gesamte Bericht lautet: "Assessing the Ecological Footprint. A look at the WWF's Living Planet Report 2002". Allerdings sind das IMV und sein Gründer, Bjørn Lomborg, selbst auch in der Kritik. Die Regierung hat ein Panel aus fünf skandinavischen Akademikern beauftragt, eine externe, unabhängige Evaluation einiger umstrittener Berichte des Instituts vorzunehmen, darunter auch der zum ökologischen Fußabdruck. Die 16-seitige Beurteilung kommt zu dem Schluß, dass keiner der Berichte wissenschaftliche Arbeit oder Methoden im traditionellen Wissenschaftsverständnis repräsentiert und dass alle mehr oder weniger fehlerbehaftet sind. ("The 16-page assessment concludes that "none of the reports represents scientific work or methods in the traditional scientific sense", and all are to some degree "defective"." Quelle: Bjørn Lomborg back in the firing line. Environment Daily 1498, 28/08/03; dort Verweis auf die Evaluation In Dänish d ).

Auf internationaler Ebene hat u.a. Redefining Progress d sich mit dem Modell "Ökologischer Fußabdruck d " befasst. Vom Redefining Progress gelangt man auf die Website der Organisation Myfootprint d . Sie bietet einen Rechner (über ein Popup-Menü auch auf Deutsch), auf dem der Einzelne seinen ökologischen Fußabdruck berechnen kann (nach dem Modell des Redefining Progress).

Die Komponenten, die in die Berechnung eingehen, beinhalten:
  • Getreideproduktion und -verbrauch (Growing Crops)
  • Weidevieh und Fleischverbrauch (Grazing Animals)
  • Verbrauch an Bauholz (Harvesting Timber)
  • Fang und Verbrauch von Fisch (Catching Fish)
  • Bedarf an Infrastruktur (Accommodating Infrastructure)
  • Aufnahme von CO2-Emissionen (Absorbing Carbon Dioxide Emissions)

Am Ende erhält der Teilnehmer eine Zahl, die sich aus vier globalen Kategorien addiert:
  • Nahrung
  • Mobilität
  • Haus und Heim
  • Güter und Dienstleistungen

Die Zahl, die der Teilnehmer erhält - z.B. 6,4 - wird verglichen mit dem Durchschnitt seines Landes.

„ZUM VERGLEICH: DER DURCHSCHNITTLICHE ÖKOLOGISCHE FUSSABDRUCK IHRES LANDES IST 4.7 GLOBALE HEKTAREN. WELTWEIT EXISTIEREN 1.8 PRODUKTIVE GLOBALE HEKTAREN PRO KOPF. FALLS ALLE WIE SIE LEBEN WÜRDEN, BRÄUCHTEN WIR 3.6 PLANETEN“


Aktuell

Der WWF International d , das Institut für Zoologie der Zoologischen Gesellschaft London und das Global Footprint Network d haben in ihrem Bericht LIVING PLANET REPORT 2006 d dargestellt, wie sich 147 Staaten ökologisch und im Hinblick auf die Lebensqualität entwickelt haben. Mehr dazu auf unserer Seite

Nach Berechnungen von Redefining Progress beanspruchte ein Bewohner der folgenden Staaten in den Jahren 1995, 2000 und 2005 d jeweils so viel Hektar an Land:

Ökologischer Fußabdruck (ha pro Person)

Land

1995

2000


USA

9,6

9,6



Australien

9,4

7,1

Canada

7,2

8,6

Singapur

6,6

-

Neuseeland

6,5

8,1

Hongkong

6,1

-

Schweden

6,1

7,9

Dänemark

5,9

5,3

Finnland

5,8

7,0

Niederlande

5,6

3,8

Irland

5,6

5,0

Norwegen

5,5

8,2

Frankreich

5,3

5,7

Belgien

5,1

5,1

Island

5,9

-

Schweiz

4,7

5,3

Deutschland

4,6

4,3

Österreich

4,6

4,9

Russische Förderation

4,6

4,3

Großbritannien

4,6

4,7

Italien

4,2

3,7

Japan

4,2

4,0

Griechenland

4,2

4,8

Venezuela

4,0

2,4

Tschechische Republik

3,9

4,2

Polen

3,9

3,4

Spanien

3,8

4,9

Portugal

3,7

5,3

Republik Korea

3,7

2,4

Brasilien

3,6

2,4

Israel

3,5

4,0

Malaysia

3,2

3,0

Ungarn

3,1

3,3

Argentinien

3,0

3,2

Südafrika

3,0

3,5

Costa Rica

2,8

1,9

Mexico

2,5

2,6

Chile

2,3

3,1

Kolumbien

2,3

1,5

Welt / Durchschnitt

2,2

2,2

Türkei

2,1

2,2

Thailand

1,9

1,4

Jordanien

1,6

1,4

Peru

1,4

1,3

Ägypten

1,4

1,2

Philippinen

1,4

1,1

China

1,4

1,4

Indonesien

1,3

1,0

Indien

1,0

0,8

Nigeria

1,0

1,1

Pakistan

0,9

0,7

Äthiopien

0,7

0,7

Bangladesh

0,6

0,5



Dokumente
Interne Links
Externe Links

[ Zuletzt geändert: 15.03.2010 11:19:04 ]