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Meadows/Meadows/Randers: Die neuen Grenzen des Wachstums, 1992


Die Autoren von „Grenzen des Wachstums“ 1992 zu Zielen einer nachhaltigen Entwicklung:

„1971 sah es so aus, als werde man erst nach einigen Jahrzehnten die materiellen Grenzen für die Nutzung vieler Rohstoffe und der Energie erreichen. 1991 aber zeigten die Computerläufe und die Neubewertung der Daten, dass die Nutzung zahlreicher Ressourcen und TA Kommunikation von Umweltgiften bereits die Grenzen des langfristig zuträglichen dann überschritten haben - trotz verbesserter Technologien, trotz des mittlerweile gewachsenen ökologischen Bewusstseins und trotz strengerer Umweltgesetze.

(...)

Die vorliegenden globalen Daten, die Computerläufe und auch unsere eigenen Erfahrungen der letzten 20 Jahre lassen darauf schließen, dass die zitierten drei Schlussfolgerungen aus den alten "Grenzen des Wachstums" noch immer gültig sind. Freilich müssen Sie jetzt entschiedener formuliert werden:

1. Die Nutzung vieler natürlicher Ressourcen und die Freisetzung schlecht abbaubarer Schadstoffe haben bereits die Grenzen des physikalisch auf längere Zeit Möglichen überschritten. Wenn der Einsatz dieser Materialien und die Energieflüsse nicht entscheidend gesenkt werden, kommt es in den nächsten Jahrzehnten zu einem nicht mehr kontrollierbaren Rückgang der Nahrungsmittelerzeugung, der Energieverfügbarkeit und der Industrieproduktion.

2. Das ist aber vermeidbar, wenn zwei grundsätzliche Änderungen erfolgen: die politischen Praktiken und Handlungsweisen, die den Anstieg des Verbrauchs und der Bevölkerungszahlen begünstigen, müssen umfassend revidiert werden; daneben sind die Wirkungsgrade des Energieeinsatzes und der Nutzeffekt materieller Ressourcen drastisch anzuheben.

3. Eine dauerhaft existenzfähigen Gesellschaft ist technisch und wirtschaftlich noch immer möglich. Sie könnte lebenswertere Perspektiven haben als eine Gesellschaft, die ihre Probleme durch konstante Expansion zu lösen versucht. Der Übergang zu einer dauerhaft existenzfähige Gesellschaft erfordert den sorgfältigen Ausgleich zwischen langfristigen und kurzfristigen Zielvorstellungen; der Nachdruck muss auf ausreichende Versorgung, die gerechte Verteilung und Lebensqualität und weniger auf Produktionsausstoß gelegt werden. Dazu ist mehr erforderlich als nur Produktivität und Technologie; gefragt sind Reife, partnerschaftliches Teilen und Weisheit.“ (S. 13)

Die nächste Revolution: Zur nachhaltigen Gesellschaft

„(...) Niemand kann uns lehren, wie man eine Revolution der Erhaltbarkeit dirigieren und durchführen soll. Es liegt keine Checkliste vor, auf der man die erforderlichen nächsten zwanzig Maßnahmen abhaken kann. Auch diese Revolution lässt sich, wie ihre Vorgängerinnen, nicht vorausplanen und schon gar nicht diktieren. Ihr Ablauf folgt nicht einer Wunschliste von Regierungen oder von Computer-Modellbauern. Auch die Nachhaltigkeitsrevolution entwickelt sich als ein organischer und evolutionärer Prozess. Er entsteht aus Visionen, Einsichten, Empfindungen, Versuchen und Aktionen von Milliarden Menschen. (...)

Wir haben vielerlei Mittel erprobt bei unserer Suche nach Wegen, eine friedliche Umstrukturierung dieses Systems zu fördern, das, wie alle Systeme, gegen Transformationen Widerstand mobilisiert. Die uns wichtigsten Mittel finden sich in diesem Buch: rationale Analyse der Lage, Datenkenntnis, Denken in Systemzusammenhängen und Strategieversuche mit Computermodellen. (...) Zum Abschluss möchten viele immerhin fünf andere "Instrumente" aufführen, die uns als äußerst nützlich erscheinen. Wir zögern aber ein wenig, sie zu nennen, denn wir sind keine Experten für ihren Einsatz und müssen Worte gebrauchen, die Wissenschaftler nicht allzu gerne artikulieren oder in ihre Schreibautomaten tippen. Sie werden in der zynischen Arena der Öffentlichkeit vielfach als zu unscharf und zu unpräzise belächelt. Es handelt sich um: Visionen, um Zusammenarbeit, um Wahrheitsliebe, um Lust am Lernen und um brüderlichen Umgang miteinander.“ (S. 267)

[ Zuletzt geändert: 10.07.2006 16:48:11 ]