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DefinitionenDer Begriff der Nachhaltigkeit gilt seit einigen Jahren als Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung der Menschheit. Aber was genau ist eigentlich Nachhaltigkeit? Gibt es wirklich die Nachhaltigkeit oder versteht vielleicht jeder etwas anderes unter diesem Begriff? Ziel dieser Kategorie ist zum einen, verschiedene Dimensionen aber auch wiederkehrende Elemente der Nachhaltigkeit aufzuzeigen und gleichzeitig eine Entwicklung des Begriffs zu rekonstruieren. Wurzeln der Nachhaltigkeit Erstmals wurde das Prinzip der Nachhaltigkeit vor etwa 300 Jahren formuliert. Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg (Sachsen), forderte 1713 in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica", dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen konnte und gilt deshalb als Schöpfer des forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriffes. Wissenschaftliche Auseinandersetzung Der zunächst forstwirtschaftlich geprägte Begriff der Nachhaltigkeit fand erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts Eingang in den wissenschaftlichen Diskurs. Den Beginn dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung markiert die 1972 erschienene Studie zu den "Grenzen des Wachstums". Dieser erste Bericht an den "Club of Rome" mahnt eine neue "Weltkonjunkturpolitik" an. Zentral für den Bericht ist die Annahme, dass "die Menschheit noch die Chance [hat], durch ein auf die Zukunft bezogenes gemeinsames Handeln aller Nationen die Lebensqualität zu erhalten und eine Gesellschaft im weltweiten Gleichgewicht zu schaffen, die Bestand für Generationen hat." Der Begriff der "Nachhaltigkeit" entstand im Zusammenhang mit dem Brundtland-Report, herausgegeben von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1987, der erstmalig einen „dauerhaften Gleichgewichtszustand“ vorsah, der „den Bedürfnissen der heutigen Generation" entsprechen soll, "ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden“. Politische Auseinandersetzung Die 1992 auf der Rio-Konferenz beschlossene Agenda 21 gilt als politischer Meilenstein und hat den Nachhaltigkeitsbegriff stärker in die politische Debatte integriert sowie den globalen Aspekt der Nachhaltigkeit bestärkt. Dass der Begriff der Nachhaltigkeit seitdem Eingang in die politische Auseinandersetzung gefunden hat, zeigen der rot-grüne Koalitionsvertrag 1998, der vorsieht, sich am Leitbild der Nachhaltigkeit zu orientieren und der Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 1999, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu errichten. Öffentlichkeit In den letzten Jahren ist die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung immer stärker auch ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Nicht nur weil immer mehr Experten, wie Meadows, Lovins oder Kastenholz den Begriff der Nachhaltigkeit definieren, sondern auch weil nicht staatliche Organisationen wie z.B. die Evangelische Kirche Deutschland und auch Verbände, wie z.B. der Verband chemische Industrie den Begriff aufnehmen und aufbereiten. Nachhaltigkeitsdreieck Mittlerweile hat sich das Nachhaltigkeitsdreieck als Sinnbild für Nachhaltigkeit durchgesetzt, da es ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit verbindet. So formuliert der Rat für nachhaltige Entwicklung: "Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. " [ Zuletzt geändert: 05.07.2010 09:16:06 ]
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