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Labels für Waldbewirtschaftung im VergleichPEFC ist angetreten, sich als Alternative zu FSC zu etablieren, und hat damit beachtlichen Erfolg: Von den im Jahr 2008 weltweit zertifizierten ca. 300 Millionen Hektar Waldfläche sind etwa zwei Drittel nach PEFC bzw. von PEFC anerkannten Standards und nur etwa 30 % nach FSC zertifziert. Trotz der geringeren Fläche an nach FSC zertifizierten Waldflächen weist das FSC-System ein breiteres und größeres Verteilungsnetz auf und bietet auf dem Markt eine größere Produktvielfalt an. Allerdings wird die Frage, ob beide Systeme gleichwertig sind oder eines der beiden Systeme weniger nachhaltig ist, in der Fachszene intensiv und kontrovers diskutiert. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Gutachten, Untersuchungen und Studien, die sich zum Teil auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dieser Fragestellung befasst haben. Sicherlich ist wenig überraschend, dass insbesondere (aber nicht nur) Studien, die von Umweltverbänden initiiert oder erstellt wurden, zu dem Ergebnis kommen, dass FSC das anspruchsvollere System sei und in bestimmten Wäldern, die von PEFC zertifiziert sind, deutliche Missstände anzutreffen seien. Hier ist z.B. die Studie „Footprints in the Forest“ von FERN zu nennen, in der von PEFC anerkannten Waldzertifizierungssysteme vorgeworfen wird, dass sie Fällungen in Urwäldern oder naturnahen und somit besonders schützenswürdigen Wäldern zulassen würden. Eine von dem Verband der europäischen Papierindustrie CEPI beauftragte Vergleichstudie kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen der jeweiligen regionalen/nationalen Systeme von PEFC und FSC mehr oder weniger gleich seien Waldzertifizierungsmatrix - Leitfaden für Waldzertifizierungsprogramme, 2004 (pdf, 186 kB d . Diese exemplarisch herausgegriffenen Beispiele lassen eine Grundtendenz erkennen: PEFC vertritt die Auffassung, dass beide Systeme von den inhaltlichen Anforderungen gleichwertig seien, das PEFC System jedoch kostengünstiger sei und auf besonders übertriebene Anforderungen verzichte. FSC versteht sich hingegen als das Qualitätslabel, das ein nennenswert höheres Anspruchsniveau garantiert und als einziges System Missstände weitestgehend vermeidet. Die höheren Kosten werden für vertretbar gehalten. Tatsächlich ist es recht schwierig, einen klaren Überblick zu erhalten, denn diesen beiden globalen Systemen liegen jeweils im Detail wieder unterschiedliche nationale Systeme zu Grunde, siehe Gemeinsame Synopse der Zertifizierungssysteme von FSC und PEFC, 2002 (pdf, 304 kB d . Klare Aussagen über Vor- und Nachteile der Systeme lassen sich daher einfacher auf nationaler Ebene als global treffen. Anzumerken ist jedoch, dass beim FSC Systemanforderungen und Anforderungen an die nationalen Standards vorgeschrieben werden und diese sind auf allen nationalen Ebenen einheitlich und müssen eingehalten werden. Im PEFC-System gibt es diese grundsätzlichen Anforderungen nicht. Durch die Anerkennung im Dachverbund dürfte das PEFC-System immer so schwach sein wie sein qualitativ schwächstes Mitglied. Unstrittiger Unterschied ist aber, dass auf der einen Seite bei PEFC weniger auditiert wird und keine Kontrolle vor Zertifikatsvergabe nötig ist, während auf der anderen Seite Umweltverbände und soziale NGOs bei FSC ein gleichberechtigtes Stimmrecht haben. Allerdings wird von NGO-Seite kritisiert, dass FSC noch immer Baumplantagen als Wald zertifiziert FSC soll keine Plantagen mehr zertifizieren, 04.11.2008 d . Nicht verschwiegen werden sollen auch Vorwürfe gegen einzelne von PEFC anerkannte Systeme. Das wohl prominenteste Beispiel ist der in Tasmanien nach dem Australischen Forest Standard zertifizierte Holzkonzern Gunns. Dieser wandelt seit Jahren Urwälder in Plantagen um und setzt in den jungen Plantagen Pestizide nicht nur gegen Insekten sondern auch gegen Säugetiere ein, so die Wilderness Society in ihrem Beitrag über den Australien forestry standard AFS Certifying the incredible, the Australien forestry standard. Barely legal and not sustainable – let the evidence speak for itself: A responsible AFS LTD. February 2006 (pdf, 1 MB). Gegen kritische Umweltaktivisten wurden von Gunns laut Presseberichten sogar Existenz bedrohende Rechtsverfahren eingeleitet, siehe etwa Rumble in the jungle d und treedomfighters d . Aber auch gegen FSC zertifizierte Betriebe wurden Missbrauchvorwürfe erhoben. So hat der Fall des halbstaatlichen indonesischen Forstunternehmens Perhutani in den Jahren 2000/01 für Aufregung gesorgt. Das Unternehmen betrieb fast die Gesamtheit der ca. 2 Millionen Hektar Teak-Plantagen auf Java und hatte 1998 das FSC-Zertifikat für fünf Distrikte erhalten. In darauffolgenden Jahren wurde jedoch aufgedeckt, dass Perhutani u.a. illegale Einschlagpraktiken verfolgte und die Rechte der indigenen Bevölkerung oftmals missachtete. Im Jahr 2001, in Folge der jährlichen Auditierung durch den FSC-Zertifizierer Smart Wood, fanden sich Beweise für diese Praktiken. Daraufhin wurde das FSC-Zertifikat für die betreffenden Distrikte entzogen Pro REGENWALD - Pressemitteilung 22.08.2001 d . Mehr zur Zertifizierung auf unseren Seiten Weitere Seiten im Lexikon
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[ Zuletzt geändert: 01.02.2009 12:26:15 ]
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